Jumelage - Baguette und Spiele
| 21.06.2010 | Rubrik: Presse |
Von: Ralf Wittern (Pressewart) |
Es ist Himmelfahrt und der Schwimmclub Hardtberg ist bereit zum Partnerschaftstreffen mit Villemomble, der Partnerstadt vom Stadtbezirk Hardtberg. Dieses Jahr fahren 50 Jugendliche mit ihren Betreuern zum Austausch nach Frankreich.
Wie jedes Jahr beginnt der Austausch mit einer langen Busfahrt. Die Ungewissheit, was einen erwartet, und die Vorfreude auf die nächsten Tage vermischen sich. Wie sind die Familien, sprechen die wirklich nur Französisch, oder können die auch Deutsch? Die Kleinsten sind gerade 10 Jahre alt und besuchen die 5. Klasse. Einige haben bereits Französisch am Hardtberggymnasium und hoffen, dass sie das Erlernte anwenden können. Für andere ist es irgendwie ja auch schon fast ein Ritual wie das Wochenende ablaufen wird: Anreise am Donnerstag, dann Verteilen auf die Gastfamilien. Am Freitag geht es in einen Freizeitpark, entweder das Phantasialand oder in den Asterixpark. Samstag hat man Zeit, mit der Gastfamilie etwas zu unternehmen, und nachmittags finden die Schwimmwettkämpfe statt. Abends wird dann gefeiert, bevor es am Sonntag wieder nach Hause geht.
So war es bisher. Aber nun ändert sich das Programm. Anstatt Achterbahn und Karussells geht es in einen riesigen Sportpark. Die Jugendlichen und Betreuer werden in 10 Mannschaften aufgeteilt und finden sich in einem sportlichen Wettstreit wieder. Da spielen das 17 jährige deutsche Mädchen neben einem 10 jährigen Franzosen Fußball. Die Sprache wird zur Nebensache, wenn man sich anfeuert und motiviert. Die Mannschaften verständigen sich mit Händen und Füßen und kämpfen gemeinsam gegen das andere Team, das auch aus Deutschen und Franzosen besteht. Damit alle eine Change haben wird der Fußball gegen eine Frisbee, einen Handball und Hockeyschläger getauscht. Alle haben viel Spaß und geben ihr Bestes.
Am Abend laden die Franzosen zu einer Schifffahrt auf der Seine ein. Sie haben das ganze Schiff reserviert, so dass auch die Gastfamilien mit an Bord sein können. 150 Personen erleben, wie es langsam dunkler wird und es geht an den Sehenswürdigkeiten von Paris vorbei. Es ist beeindruckend, wenn man vom Schiff aus den beleuchteten Eifelturm sieht. Die meisten versammeln sich an Deck und zücken ihre Kameras, um diese Momente auf den Chip zu bannen. Und bevor das Schiff wieder anlegt, sind einige verwundert, als sie an der Freiheitsstatue vorbeifahren. Aber sind wir denn in New York? Nein, dort steht das Geschenk der Franzosen an die Amerikaner aus dem Jahre 1886. Die französische Dame hier in Paris misst zwar nur 11,5 Meter – was zwar immer noch recht groß ist, aber das „Original“ ist neunmal größer. Dafür wird sie dieses Jahr bereits 125 Jahre alt und ist somit ein Jahr älter.
Samstag verteilen sich alle, einige fahren nach Paris rein, andere besuchen das riesige Shopping Center und wieder andere spielen zu Hause mit den Gastgeschwistern Spiele. Und obwohl man es von Sportlern nicht erwartet, haben einige Kinder und Betreuer Mühe, gerade zu gehen. Schuld war nicht der französische Wein, sondern der Muskelkater vom Vortag. Trotzdem kommen alle am Nachmittag mit der französischen Pünktlichkeit - circa 15 bis 30 Minuten nach dem verabredeten Zeitpunkt - zur Schwimmhalle, und setzen den Wettkampf fort. Diesmal geht es nach dem Wettschwimmen mit Völkerball im Wasser und Wasserball weiter. Und bevor es zu den Siegerehrungen geht, findet die obligatorische „Partnerschaftstaufe“ statt. Hierbei geht es darum, möglichst viele ins Wasser zu befördern. Besondere Trophäen sind natürlich die Betreuer und Trainer.
Am Abend treffen sich alle in eine Aufenthaltshalle der Schule. Und während man mit Vertretern aus der Politik zusammen das kalte Büfett plündert, werden Fotos des Wochenendes mit einem Beamer an die Wand geworfen. Da wird einem plötzlich bewusst, dass das Wochenende schon wieder vorbei ist, und wir am Sonntag unsere Freunde, die Franzosen wieder verlassen müssen. Zum Abschied gibt es dann ein Baguette als Wegzehrung für die lange Busfahrt und bei einigen kommen die Tränen – es war schön hier in Frankreich – au revoir, auf Wiedersehen – bis zum nächsten Jahr, dann wieder bei uns in Bonn.
Ralf Wittern
Weiter Bilder befinden sich im Mitgliederbereich
| < Vorheriger Artikel |










































